Wieso diese Webseite?
Weil ich der Meinung war, dass es Themen gibt, die bisher im
Internet zu kurz kommen. Infos zu Ländern wie Angola,
Somaliland, Cabo Verde, Namibia, zu Themen wie Landminen und
Rettungsdiensten im Ausland, Informatives zum Beruf des
Rettungsassistenten - das werden Sie hier finden.
Und bestimmt finden Sie über die Linkliste noch einiges mehr.
Vielleicht finden Sie interessante Informationen, eventuell
entdecken auch Sie den Zauber des afrikanischen Kontinents,
unter
Umständen gefallen Ihnen einfach nur einige der Bilder,
vielleicht beschliessen Sie auch, einen kleinen Beitrag im
Kampf gegen
Landminen zu leisten - dann hat diese Seite ihren Sinn erfüllt.
Ein Hinweis noch zur Navigation dieser Seite: Links finden
Sie den Zugang zu den Hauptthemen, zu den einzelnen
Unterthemen
gelangen Sie dann mit der Navigation am oberen Seitenrand.
Ich wünsche Ihnen spannende Momente auf dieser Seite.
Wenn Sie Fragen haben, Kritik loswerden möchten oder sich
ein Foto "leihen" möchten - eine Mail an mail@c-kemp.de
genügt.
Sechs Monate war ich von Oktober 1998 bis April 1999 in
Calueque, einem kleinen Dorf im Süden
Angolas, in einem Minenräumprojekt einer deutschen
Hilfsorganisation als Rettungsassistent tätig.
Außer mir war lediglich ein weiterer Deutscher in diesem
Projekt eingesetzt. Lutz hatte die Technik der
Minenräumung und Vernichtung von Blindgängern in seiner
Zeit als Pionier bei der Bundeswehr gelernt. Das
Projekt in Calueque hat Lutz von Anfang (ca. Juni 98) bis
Ende (ca. August 99) begleitet.
Ziel dieses Projektes war es, einen Trinkwasserkanal, der von
eben diesem Dorf Calueque nach
Namibia führt, sicher minenfrei zu machen, damit er wieder
instand gesetzt werden kann. Als Nebenleistung
wurden auch in der Umgebung Gefahren, die von Minen oder
Blindgängern ausgingen, beseitigt.
Meine Aufgabe als Rettungsassistent bestand zum einen in der
notfallmedizinischen Absicherung der
Räumarbeiten, zum anderen in der allgemeinmedizinischen
Versorgung der 35 einheimischen Mitarbeiter
und ihrer Familien. Das nächste Krankenhaus lag in etwa 70
km Entfernung in Namibia. Zudem habe ich
Lutz bei den logistischen Aufgaben ein wenig den Rücken
freigehalten, so dass er sich mehr auf die
Minenräumung konzentrieren konnte.
Wenn Sie oder Ihre Organisation für ein solches oder ähnliches
Projekt einen auslandserfahrenen
Rettungsassistenten suchen, der sowohl Erfahrung in Minenräumprojekten
als auch in der Ausbildung von
Sanitätern hat - über eine kurze Mail an info@c-kemp.de würde
ich mich freuen.
Drei Wochen war ich im März 2002 in Somaliland in einem
Minenräumprojekt der
deutschen Stiftung St. Barbara tätig. Meine Aufgabe bestand
dabei darin, die einheimischen
Sanitäter in diesem Projekt einer neuerlichen Ausbildung zu
unterziehen. Leiter des Projekts
ist seit dem März 2002 Lutz, mit dem ich bereits 1998/99 in
Angola zusammen gearbeitet
habe.
Vier Sanitäter sind im Projekt der Stiftung zur Zeit tätig.
Ihre Aufgabe besteht in der
Absicherung der eigentlichen Räumarbeiten. Sollte sich
hierbei ein Unfall ereignen steht an
jedem Minenfeld sofort ein Sanitäter mit
notfallmedizinischer Ausstattung, ein Fahrer und eine
Ambulanz bereit. Somit ist jederzeit gewährleistet, dass ein
Verunfallter versorgt und ins
nächste Krankenhaus transportiert werden kann.
Da sich aufgrund des hohen Sicherheitsstandards bei den
Minenräumarbeiten nur sehr
selten Unfälle ereignen ist ein permanentes Training der
Sanitäter unverzichtbar. Denn
praktische Einsatzerfahrung lässt sich somit schwer für die
Sanitäter gewinnen.
Die Erstausbildung der somalischen Sanitäter hatte im
letzten Jahr Ralf gemacht - Ralf
war 1999 mein Nachfolger als Rettungsassistent in dem Minenräumprojekt
in Angola
gewesen. Nach nunmehr einem Jahr war eine Auffrischung der
Kenntnisse angesagt.
Wenn Sie oder Ihre Organisation für ein solches oder ähnliches
Projekt einen
auslandserfahrenen Rettungsassistenten suchen, der sowohl
Erfahrung in
Minenräumprojekten als auch in der Ausbildung von Sanitätern
hat - über eine kurze Mail an
info@c-kemp.de würde ich mich freuen.
Nie hatte ich als ehemaliger Zivildienstleistender
irgendwie mit Landminen oder Kampfmitteln zu tun. Das erste
Mal, dass ich dieses Problem
überhaupt zur Kenntnis nahm, war durch das Engagement von
Prinzessin Diana - insbesondere nach deren Tod war das Thema
plötzlich in den
Medien präsent.
1997 dann die kleine Sensation: das Nobel-Komittee verleiht
den Friedensnobelpreis an die bis dahin noch eher unbekannte
ICBL (International
Campaign to Ban Landmines) mit der Vorsitzenden Jody Williams.
Im selben Jahr wird von etwa 120 Staaten das sogenannte
"Ottawa-Abkommen" unterzeichnet, mit dem die
unterzeichnenden Staaten sich verpflichten auf den Einsatz
von APM (Anti-Personen-Minen) zu
verzichten.
Ottawa - ein Erfolg? Wenn, dann nur ein kleiner. ATM (Anti-Tank-Minen)
sind nach wie vor erlaubt, auch wenn sie nicht zwischen einem
Panzer und einem Schulbus unterscheiden können. Wichtige
Minen produzierende Staaten, darunter die USA und China,
haben das
Abkommen nicht unterzeichnet. Was fehlt ist zudem ein Lösungsansatz
die bis heute etwa 110 Millionen verlegten Minen zu entdecken
und zu
vernichten. Diese liegen vor allem in Ländern der
sogenannten Dritten Welt, denen die finanziellen Mittel und
technischen Möglichkeiten dazu
fehlen.
Links zu interessanten Seiten:
Deutsche Initiative für
ein Verbot von Landminen
Stiftung Sankt Barbara
Deutschland
Verein für humanitäre
Kampfmittelbeseitigung e.V.
Mines Advisory Group
Großbritannien
Angola alleine soll bis zu 15 Millionen Minen im Erdreich
haben, Ägypten bis zu 23 Millionen, Afghanistan etwa 10
Millionen, Somalia etwa 1
Million, Kambodscha bis zu 10 Millionen. Minen, die täglich
Menschen töten oder verstümmeln, Minen, die eine
Weiterentwicklung der Länder
nahezu unmöglich machen, da Felder, Straßen und Gebäude
nicht genutzt werden können.
Noch immer werden Minen in der sogenannten Dritten Welt als
gehorsame Krieger sowohl von Armeen als auch Bürgerkriegsparteien
geschätzt. Viele dieser Minen stammen aus Europa und den
Staaten der ehemaligen Sowjetunion, aus China und den USA. Während
eine
Mine schon für etwa 3 US$ zu bekommen ist kostet ihre spätere
Räumung bis zu 1000 US$. Auch in Deutschland wird nach wie
vor
Minentechnologie produziert und exportiert. Auch hat
Deutschland nach wie vor Anti-Panzer-Minen im Waffenarsenal -
obschon die
Bundesregierung sich im Koalitionsvertrag 1998 selber zu
einem Verbot aller Landminen verpflichtet hat.
Kampfmittel sind das zweite große Problem nach Ende
bewaffneter Konflikte. Viele sind nicht explodiert und liegen
in Städten, ehemaligen
Schlachtfeldern oder einfach im Busch und sind eine tickende
Zeitbombe, die jederzeit hochgehen kann. Aktuellen Schätzungen
zufolge werden
mittlerweile mehr Menschen durch Blindgänger (engl. UXO =
unexploded ordnance) getötet und verletzt als durch
Landminen. In Somaliland
liegen auch Jahre nach Ende des Bürgerkriegs noch Mörsergranaten,
Fliegerbomben und Luftabwehrraketen in Wohngebieten.
Experten aus Deutschland, Großbritannien, Dänemark und
vielen anderen Staaten sind mittlerweile in vielen dieser Länder
am Werk, um den
dort lebenden Menschen nach dem Ende bewaffneter Konflikte
eine Rückkehr zur Normalität zu ermöglichen. Wobei es bei
dem gegenwärtigen
Tempo der Räumung etwa 1100 Jahre dauern wird, bis die Welt
minenfrei ist (vorausgesetzt, es werden keine neuen verlegt),
so ist es doch eine
wichtige Arbeit. Auch wenn ich nur Rettungsassistent bin und
kein Minenexperte, so hoffe ich doch auch weiterhin einen
kleinen Beitrag dazu
leisten zu können - so wie bisher in Angola und Somaliland.
Wenn Sie oder Ihre Organisation für ein solches oder ähnliches
Projekt einen
auslandserfahrenen Rettungsassistenten suchen, der sowohl
Erfahrung in Minenräumprojekten als auch in der Ausbildung
von Sanitätern hat -
über eine kurze Mail an info@c-kemp.de würde ich mich
freuen.
Wenn Sie wissen möchten, wie genau denn nun die Minenräumung
eigentlich funktioniert empfehle ich Ihnen einen Besuch auf
der Webseite
der Kollegen in Somaliland unter http://www.somalia-projekt.de,
dort werden die einzelnen Elemente der Arbeit anschaulich
dargestellt.
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