vorige Seite

Vorbemerkung

nächste Seite

 

Nie hatte ich als ehemaliger Zivildienstleistender irgendwie mit Landminen oder Kampfmitteln zu tun. Das erste Mal, dass ich dieses Problem überhaupt zur Kenntnis nahm, war durch das Engagement von Prinzessin Diana - insbesondere nach deren Tod war das Thema plötzlich in den Medien präsent.

1997 dann die kleine Sensation: das Nobel-Komittee verleiht den Friedensnobelpreis an die bis dahin noch eher unbekannte ICBL (International Campaign to Ban Landmines) mit der Vorsitzenden Jody Williams. Im selben Jahr wird von etwa 120 Staaten das sogenannte "Ottawa-Abkommen" unterzeichnet, mit dem die unterzeichnenden Staaten sich verpflichten auf den Einsatz von APM (Anti-Personen-Minen) zu verzichten.

Ottawa - ein Erfolg? Wenn, dann nur ein kleiner. ATM (Anti-Tank-Minen) sind nach wie vor erlaubt, auch wenn sie nicht zwischen einem Panzer und einem Schulbus unterscheiden können. Wichtige Minen produzierende Staaten, darunter die USA und China, haben das Abkommen nicht unterzeichnet. Was fehlt ist zudem ein Lösungsansatz die bis heute etwa 110 Millionen verlegten Minen zu entdecken und zu vernichten. Diese liegen vor allem in Ländern der sogenannten Dritten Welt, denen die finanziellen Mittel und technischen Möglichkeiten dazu fehlen.

Links zu interessanten Seiten:

Deutsche Initiative für
ein Verbot von Landminen

Stiftung Sankt Barbara
Deutschland

Verein für humanitäre Kampfmittelbeseitigung e.V.

Mines Advisory Group

Großbritannien

Angola alleine soll bis zu 15 Millionen Minen im Erdreich haben, Ägypten bis zu 23 Millionen, Afghanistan etwa 10 Millionen, Somalia etwa 1 Million, Kambodscha bis zu 10 Millionen. Minen, die täglich Menschen töten oder verstümmeln, Minen, die eine Weiterentwicklung der Länder nahezu unmöglich machen, da Felder, Straßen und Gebäude nicht genutzt werden können.

Noch immer werden Minen in der sogenannten Dritten Welt als gehorsame Krieger sowohl von Armeen als auch Bürgerkriegsparteien geschätzt. Viele dieser Minen stammen aus Europa und den Staaten der ehemaligen Sowjetunion, aus China und den USA. Während eine Mine schon für etwa 3 US$ zu bekommen ist kostet ihre spätere Räumung bis zu 1000 US$. Auch in Deutschland wird nach wie vor Minentechnologie produziert und exportiert. Auch hat Deutschland nach wie vor Anti-Panzer-Minen im Waffenarsenal - obschon die Bundesregierung sich im Koalitionsvertrag 1998 selber zu einem Verbot aller Landminen verpflichtet hat.

Kampfmittel sind das zweite große Problem nach Ende bewaffneter Konflikte. Viele sind nicht explodiert und liegen in Städten, ehemaligen Schlachtfeldern oder einfach im Busch und sind eine tickende Zeitbombe, die jederzeit hochgehen kann. Aktuellen Schätzungen zufolge werden mittlerweile mehr Menschen durch Blindgänger (engl. UXO = unexploded ordnance) getötet und verletzt als durch Landminen. In Somaliland liegen auch Jahre nach Ende des Bürgerkriegs noch Mörsergranaten, Fliegerbomben und Luftabwehrraketen in Wohngebieten.

Experten aus Deutschland, Großbritannien, Dänemark und vielen anderen Staaten sind mittlerweile in vielen dieser Länder am Werk, um den dort lebenden Menschen nach dem Ende bewaffneter Konflikte eine Rückkehr zur Normalität zu ermöglichen. Wobei es bei dem gegenwärtigen Tempo der Räumung etwa 1100 Jahre dauern wird, bis die Welt minenfrei ist (vorausgesetzt, es werden keine neuen verlegt), so ist es doch eine wichtige Arbeit. Auch wenn ich nur Rettungsassistent bin und kein Minenexperte, so hoffe ich doch auch weiterhin einen kleinen Beitrag dazu leisten zu können - so wie bisher in Angola und Somaliland. Wenn Sie oder Ihre Organisation für ein solches oder ähnliches Projekt einen auslandserfahrenen Rettungsassistenten suchen, der sowohl Erfahrung in Minenräumprojekten als auch in der Ausbildung von Sanitätern hat - über eine kurze Nachricht an mich würde ich mich freuen.

Wenn Sie wissen möchten, wie genau denn nun die Minenräumung eigentlich funktioniert empfehle ich Ihnen einen Besuch auf der Webseite der Kollegen in Somaliland unter http://www.somalia-projekt.de, dort werden die einzelnen Elemente der Arbeit anschaulich dargestellt.

 

Mit Grüßen an: Lutz, Jürgen, Ralf, Burkhard, John M.B., Bob, John D., Leon, Allison, Olaf, alle Mitarbeiter der Stiftung Sankt Barbara, von MAG, allen anderen Organisationen in Somaliland, Angola und sonstwo - passt auf euch auf !!