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Rettungsdienst in Cabo Verde

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"Den" Rettungsdienst sucht man auf den Kapverden vergeblich - so unterschiedlich wie die Inseln sind auch die Lösungen, die in den einzelnen Regionen für die medizinische Hilfe bei Notfällen gefunden wurde. Eines hat jedoch der Rettungsdienst dort überall gemeinsam: das Niveau liegt weit unter dem, was Mitteleuropa mittlerweile zu bieten hat. Oftmals muss die einfühlsame Vorgehensweise die mangelnden medizinischen Möglichkeiten ersetzen. Dazu kommt der eklatante Mangel an Gerät und Ausstattung: dem Staat und den Kommunen fehlt eben das nötige Kleingeld, um den Rettungsdienst zu verbessern.

So ist es auch kein Wunder, dass die meisten "Ambulancias" in ihrem ersten Leben bereits ihren Dienst in einem anderen Land, zumeist Portugal, taten und erst als Spende nach Cabo Verde kamen. Aber auch Neufahrzeuge sind aus Spenden europäischer Geberländer zu finden. Die Tatsache, dass Entwicklungshilfe nahezu 30% des staatlichen Etats ausmacht schlägt sich auch im Rettungsdienst deutlich nieder.

Nissan Patrol Ambulanz vor dem Gesundheitsposten von Porto Novo (Insel Santo Antao)
US-Ambulanz Ford E350 der Berufsfeuerwehr Praia - Spende der CaboVerde Telecom
Ambulanz auf VW T3 Syncro der Berufsfeuerwehr Praia (ehemals ASB Deutschland)

Zweifellos ist der Rettungsdienst auf den Kapverden noch weit entfernt von europäischen Verhältnissen – aber dennoch wird vielerorts mit viel Engagement versucht die organisatorischen und technischen Mängel abzumildern. Vergessen darf man dabei auch nicht, dass ein Rettungsdienst mitteleuropäischer Prägung den sonstigen Verhältnissen auf den Inseln nicht unbedingt angemessen wäre. Solange es an Telefonen mangelt, viele Orte auf Straßen nicht oder nur sehr schwer zu erreichen sind werden auch weiterhin die feinen Abstufungen des Gesundheitswesens auf den Kapverden oftmals den Rettungsdienst ergänzen oder gar ersetzen müssen.  Das flächendeckende System, welches hierbei auf den Kapverden vorzufinden ist biete eine gute Gewähr dafür, dass im Notfall den Patienten eine zeitnahe und kompetente Versorgung zuteil wird.

Was dieser Bericht aber auch zeigen kann ist die Effizienz von „Entwicklungshilfe“. Die Art und Weise, wie die Feuerwehrleute von Praia seit Jahren ihre Ambulanz am Leben erhalten, die ursprünglich beim ASB in Deutschland in Diensten stand, ist mehr als beispielhaft. Statt zu jammern und zu klagen haben sie irgendwann aus zwei Fahrzeugen eines gemacht, um ihre Hilfe auch weiterhin leisten zu können.

Toyota LandCruiser Ambulanz vor dem Rathaus von Punta do Sol (Insel Santo Antao) - Spende des spanischen roten Kreuzes
Toyota HiAce Hochdach als Ambulanz in Ribiera Grande (Insel Santo Antao) - Spende aus Portugal
Renault Master Ambulanz vor dem Rathaus von Espargos (Insel Sal)